CDU drängt auf sofortige Planung und Durchführung eines Neubaus

Das Rathaus Rodenkirchen – oder besser die Erneuerung, Renovierung, was auch immer in der aktuellen Diskussion gerade im Vordergrund steht – ist ein Thema, dass noch ins vergangene Jahrtausend zurückgeht. Es ist also fast ein Fall für Historiker oder Archäologen. Getan hat sich in diesen fast 20 Jahren – nichts! Jedenfalls nicht am oder im Rathaus selbst. In den politischen Gremien schon, da wurden reichlich Beschlüsse gefasst. Der letzte ist jetzt fast drei Jahre alt. Inhalt der aktuellen Beschlüsse ist, vereinfacht gesagt, dass das Rathaus abgerissen und an der gleichen Stelle neu aufgebaut wird, natürlich in anderer, modernerer Form. Aber auch diesen Beschlüssen folgten keine Taten. Der Grund ist einfach und liegt auf der Hand: Die Stadtkasse ist leer, ein defizitärer Haushalt jagt den nächsten.

Doch nun kommt auf einmal Bewegung in die Sache. Was war passiert? Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung hatte eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, die Betriebskosten und die zu erwarteten Reparaturkosten aufzulisten. In der Antwort stellte sich heraus, dass sich die Betriebskosten zwar halbwegs im Rahmen bewegen, die Reparaturkosen sich aber in den vergangenen drei Jahren bereits verdreifacht haben und in den nächsten fünf Jahren noch einmal auf insgesamt 1,1 Mio € steigen werden. Ob diese Anfrage der Grund war oder etwas anderes, ist nicht bekannt – uns jedenfalls nicht – jedoch hat die Gebäudewirtschaft das Haus noch einmal genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, man müsse „ca. 1,5 Mio € ausgeben, nur um über den nächsten Winter zu kommen." Dies jedenfalls verkündete der Bezirksbürgermeister bei der Rodenkirchener Prinzenproklamation am 9. Januar 2015. Ob das der geeignete Rahmen ist, um die Öffentlichkeit über die aktuelle Lage zu informieren, darüber kann man trefflich streiten. Aber das ist ein anderes Thema. Diese 1,5Mio € müßten ausgegeben werden, nur um die Heizung zu erneuern und die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Um dann anschließend – den geltenden Beschlüssen folgend - das Gebäude abzureißen. Dass ein solches Vorgehen schildbürgerhafte Züge hat, fiel den Verantwortlichen der Verwaltung auf. Eine Generalsanierung als Alternative war übrigens bereits früher geprüft, aber verworfen worden, weil sie nicht billiger als ein Neubau wäre, allerdings bei schlechterem Endergebnis.

Um in diese dunkle Gemengelage an Informationen ein wenig Licht zu bringen, gab es am 26. Januar 2015 eine aktuelle Stunde in der Bezirksvertretung. Hier teilte der Vertreter der Stadtverwaltung der staunenden Zuhörerschaft mit, dass die Kosten für die notdürftige Instandsetzung nach den neuesten Untersuchungen bereits 1,95 Mio € betragen würden. Um diese Kosten zu vermeiden, plane man einen vorübergehenden Umzug des Rathauses, bevor dieses Geld unwiederbringlich eingeplant und ausgegeben werden müsse, um dann das Rathaus abzureißen und neu zu errichten. Die Heizung müsste zum Winter 2015/2016 wieder laufen, also spätestens Anfang Oktober 2015. Vorher müssen die Arbeiten durchgeführt und davor ausgeschrieben werden. Mit einer Entscheidung darf man sich also nicht mehr allzu viel Zeit lassen.

Die CDU machte in der Aktuellen Stunde deutlich, dass sie einem wie immer gearteten Beschluss zum Aus- oder Umzug nur zustimmen würde, wenn gleichzeitig die Planung für den Bau eines neuen Gebäudes steht. Es kann nicht sein, dass man sich seitens der Verwaltung mit der provisorischen Situation arrangiert, um Kosten zu sparen, und dann im Herzen von Rodenkirchen eine häßliche Betonruine steht, die dann mit der Zeit allerhand neue „Bewohner" anzieht (Junkies, Vagabunden mit zwei bis vier Beinen etc), , denen man in Rodenkirchen keine zentrale Anlaufstelle bieten möchte. Die Verwaltung, in Person des Bürgeramtsleiters, Herrn Tempski, betonte, dass sie dafür vollstes Verständnis habe und genau das das Ziel des weiteren Vorgehens sei: Umzug bei gleichzeitiger Planungssicherheit bezüglich des neuen Rathauses. Auch der Stadtdirektor teile diese Ansicht zu 100 Prozent.

Ob das am Ende auch so kommen wird, bleibt abzuwarten. Aufgrund anderer Projekte der Vergangenheit in Köln ist eine gewisse Skepsis angebracht. Die nächsten Wochen und Monate bleiben jedenfalls spannend.

– sy -

 

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