Offener Brief zur Verlängerung der Linie 4


Offener Brief zur Verlängerung der Linie 4

Sehr geehrte Damen und Herren,

dass Widdersdorf einen Straßenbahnanschluss bekommen soll, wurde den Bürgern schon mit der beginnenden Siedlungserweiterung vor über zehn Jahren versprochen. Auch daher wurde bei der Planung des neuen Ortsteils bereits die Fläche für diese Bahn in der Straße Unter Linden mit geplant und realisiert. Trotz weitgehend abgeschlossener Besiedlung wurde dieses Versprechen bisher nicht umgesetzt.

Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der BV 3, die Verlängerung der Stadtbahn an Widdersdorf vorbei zu führen, zumindest irritierend. Mit der in Weiden endenden Linie 1 und der in Bocklemünd endenden Linie 4 gibt es gleich zwei Möglichkeiten für eine Anbindung, wobei die Finanzierung lange Zeit ungewiss war. Eine vertiefte Untersuchung scheiterte bisher auch an der offenen Frage, ob Widdersdorf von Weiden oder Bocklemünd angebunden werden soll. Erst mit dem Strukturwandel des Rheinischen Reviers und den daraus konkreter werdenden Möglichkeiten für eine Förderung kam es dann, angestoßen durch den Rhein-Erft-Kreis, der die Straßenbahn über Brauweiler bis nach Niederaußem führen möchte, zu einer Vorstudie, in der auch der Anschluss an das Kölner Netz untersucht wurde.

Folgenden Argumente sprechen daher für eine Verlängerung der Linie 4:

  • über die Linie 4 wird der Rhein-Erft-Kreis mit einer weitgehend geraden Verbindung zeitsparend von der Innenstadt über Widdersdorf angebunden
  • Die Fahrzeit von Widdersdorf in die Innenstadt über die Linie 4 ist daher deutlich kürzer (24 zu 34 Minuten)
  • Die Erreichbarkeit des Weidener Einkaufszentrum mit der Linie 1 hätte für Widdersdorf keinen Vorteil, da auch heute schon mit dem
  • Bus in etwa die gleiche Fahrzeit erzielt wird – für eine Anbindung über die Linien 1 von Weiden müssten zwei Strecken gebaut werden

So ist es auch wenig überraschend, dass die Vorstudie eindeutig eine Anbindung über die Linie 4 empfiehlt. Erste Zahlen deuten darauf hin, das auch nur diese Variante die Anforderungen für eine Finanzierung durch Landes- und Bundesmitteln erfüllt. Jetzt steht die Entscheidung für eine weitere Konkretisierung in Form einer Machbarkeitstudie an. Hierzu hat die Verwaltung in Kenntnis der Ergebnisse der Vorstudie vorgeschlagen, die Verlängerung der Linie 4 vertieft zu untersuchen. Der in der Bezirksvertretung Lindenthal gefasste Beschluss sieht nun vor, dass bei einem Ausbau der Linie 4 im Bereich des äußeren Grüngürtels weder Bäume gefällt werden sollen, noch ein Trog, der zur Unterquerung der Eisenbahnlinie im Bereich des späteren Verknüpfungspunktes Bocklemünd zwingend erforderlich ist, gebaut werden soll. Dies würde jedoch gleichzeitig dazu führen, dass Widderdorf auf lange Sicht keine Straßenbahnanbindung erhält.

Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass der Verkehrsausschuss den Beschluss der Bezirksvertretung Lindenthal korrigiert und die Linie 4 durch Widdersdorf in den Rhein-Erft-Kreis verlängert wird.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

 

 

 

 

Teresa De Bellis-Olinger
MITGLIED IM RAT DER STADT KÖLN

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